Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich mein Kind beim Klavierlernen unterstützen?
Eine kurze Episode aus dem Unterrichtsalltag: Neulich klagte eine Schülerin
einer JeKi–Gruppe zu Beginn der Unterrichtsstunde: „Ich
will nicht mehr Klavierspielen!“ Darauf stimmten direkt noch zwei weitere
ein: „Ich auch nicht, ich auch nicht!“ Etwas überrascht über
den plötzlichen Sinneswandel hakte ich nach: „Warum denn nicht?“ –
„Ich muss auf meinem Keyboard immer mit dem Kopfhörer üben,
weil mein großer Bruder in meinem Zimmer wohnt und genervt ist. Mein
Kopfhörer ist aber kaputt.“ – „Und warum willst du aufhören?“ – „Ich
kann nie üben, weil meine Mutter im Wohnzimmer, wo das Klavier steht,
immer fernsehen will!“ – Man ist manchmal erstaunt,
wie pragmatisch Kinder denken.
Das Kind will sich in seinem Tun ernst genommen fühlen. Die Eltern
zeigen ihm bewusst oder unbewusst, wie hoch der Stellenwert seines Klavierspiels
für
Sie ist. Was können Sie tun?
- Seien Sie ehrlich interessiert. Es gibt zum Beispiel schöne Einführungsangebote des Stadttheaters mit kindgerecht aufbereiteten Aufführungen. Besuchen Sie doch gelegentlich zusammen eine solche Veranstaltung oder ein Schülerkonzert an der Musikschule.
- Richten Sie familiäre Termine nach Möglichkeit so ein, dass
Ihr Kind noch üben kann – wenigstens ein wenig..
- Versuchen Sie bei Schülerkonzerten, die ganze Familie zu mobilisieren,
ihrem Kind zuzuhören und zu applaudieren. Bleiben Sie bis zum Schluss
des Schülerkonzertes. Schaffen Sie vor einem Vorspiel ausreichend
terminfreien Raum. Gehen Sie nach derm Vorspiel gemeinsam essen und feiern
Sie die Aufführung.
Loben Sie Ihr Kind – es
hat wirklich etwas geleistet.
- Verzichten Sie gelegentlich mal auf auf einen Termin oder eine Beschäftigung, damit das Kind noch üben kann. Das zeigt ihm, dass Ihnen sein Klavierspiel am Herzen liegt.
- Erinnern und ermutigen Sie das Kind zu üben. Setzen Sie sich dazu
und helfen ihm – doch mit der nötigen Einfühlsamkeit:
Beobachten Sie, ob das Kind sich eventuell bedrängt oder eingeengt
fühlt.
Manchmal reicht es aus, im Raum zu sitzen und zu lesen. Das Kind meldet
sich schon, sobald es Ihre Hilfe benötigt. In erster Linie möchte es
sich nicht allein fühlen.
- Lassen Sie sich in wohlwollender Atmosphäre abends gelegentlich
mal gemeinsam ein Stück von Ihrem Kind vorspielen, dass es kann.
Für das Kind ist ein musikalisch ambitioniertes
Umfeld außerordentlich wichtig:
- Hören Sie gute Musik mit ihm und sprechen Sie darüber.
- Schenken Sie ihm zum Geburtstag eine CD mit Klaviermusik. Fragen Sie, welche Stücke ihm gefallen. Zeige Sie sich interessiert.
- Bleiben Sie in aktivem Kontakt mit dem Klavierlehrer und informieren Sie ihn über Besonderheiten oder Veränderungen im Leben des Kindes.
Sie werden bemerken, dass Ihr Kind so mit mehr Freude Klavier spielt, und
sich mit seinem Klavier bei Ihnen geborgen fühlt.